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Für mehr Freude am Lesen

  • 20. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit
Abenteuer der Rattenkinder Eliot und Isabella: Die Vorleserin Scholz-Preßberger zeigt den Kindern im Anschluss noch die Bilder der Geschichte © Foto: Charlotte Hündgen
Abenteuer der Rattenkinder Eliot und Isabella: Die Vorleserin Scholz-Preßberger zeigt den Kindern im Anschluss noch die Bilder der Geschichte © Foto: Charlotte Hündgen

Northeim – Etwa 20 Erstklässler der Martin-Luther-Grundschule in Northeim sitzen gebannt in der Bibliothek der Schule. Sie lauschen Marei Scholz-Preßberger, die aus den Abenteuergeschichten der beiden Rattenkinder Eliot und Isabella vorliest. Scholz-Preßberger ist Lesepatin. Sie liest ehrenamtlich mit Kindern im Grundschulalter, um ihnen die Freude am Lesen und der Sprache nahezubringen. 


Lesepatenschaften sind ein Angebot des Vereins Deutsch für Alle. Die Gruppe, die an den Bundesverband Mentor angedockt ist, wurde vor über 20 Jahren gegründet, um Menschen mit Deutschkursen besser zu integrieren, erzählt sie. In der Ortsgruppe Northeim liegt der Schwerpunkt auf der Leseförderung. Es gebe aber auch niederschwellige Sprachkurse.

Menschen, die nicht lesen können, bleibt viel von der Welt verschlossen, sagt Scholz-Preßberger. Dazu gehören auch alltägliche Dinge wie das Lesen von Matheaufgaben, Kochrezepten oder einer Whatsapp Nachricht. Mit Sprache ließen sich aber Barrieren überwinden. Das mache das Ehrenamt für Scholz-Preßberger so sinnstiftend.



Mehr als 200 Lesepaten im Einsatz


Im Landkreis Northeim gebe es aktuell mehr als 200 Lesepaten, sagt Scholz-Preßberger. Eine Leseoma oder ein Leseopa betreut immer ein Grundschulkind. Dieses eins zu eins Prinzip wurde vom Gründer des Bundesverbandes, Otto Stender, entwickelt und sei wichtig, um ein Vertrauensverhältnis zu schaffen und gezielt auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen, erklärt Scholz-Preßberger. 

In der Schulstunde Lesezeit mit den Paten wird nicht nur gelesen, sondern auch gespielt, erklärt, bewegt und beobachtet. Die Kinder sollen lernen, ganz ohne Leistungsdruck und ihrem Können entsprechend. So gibt es neben Büchern zum Lesen auch Leselernspiele oder Karten nur mit Silben. 


„Die Kinder freuen sich darauf“, berichtet Scholz-Preßberger von ihren Erfahrungen: „Sie bekommen Zeit geschenkt, nur für sie“. Ihr als Lesepatin bereitet das gemeinsame Lesen Freude, da die Kinder eine Grundlebendigkeit und Interesse mitbrächten. Die Lesepaten seien wie Oma und Opa, so Scholz-Preßberger.


Mittlerweile sind Lesepaten im Landkreis fest etabliert. Die Schulen melden den Bedarf an und sprechen mit dem Verein. Scholz-Preßberger beobachtet, dass der Bedarf nicht nur da sei, sondern auch steige. Über neue Mitglieder würde sich der Verein deswegen freuen. 

Scholz-Preßberger selbst ist nach ihrem Ruhestand, während Corona Mitglied geworden und hat eine Lesepatenschaft übernommen. 


Aktuell ist sie auch erste Vorsitzende des Vereins. Ehrenamt ist für sie wichtig, um vor Ort etwas Sinnvolles zu tun. „Es gibt so viel, was gemacht werden kann, da ist für jeden was dabei“, ermutigt sie andere Menschen sich einzubringen. 


CHARLOTTE HÜNDGEN - Northeimer Neueste Nachrichten vom 05.12.2025, Seite 2

 
 
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